|
In Kooperation mit der Gemeinde Wiesenthal, dem Planungsbüro Kehrer und Horn und der Umweltphysikalische Messungen GbR wurde folgendes Projekt gestartet:

Die Gemeinde Wiesenthal, im Biosphärenreservat der Thüringischen Rhön gelegen bemüht sich seit 2005 erfolgreich, Erholungsmöglichkeiten für Elektrosensible Menschen zu schaffen. Im Rahmen des „sanften Tourismus“ wird der Ort zunehmend von Gästen aufgesucht, die sich in unbelasteter Umgebung erholen.
Mit einer Hochfrequenzbelastung (Mobilfunk) von < 0,1 µW/m² (Spektrumanalyse) im Außenbereich, zählt Wiesenthal zu einem der wenigen elektrosmogarmen Gebieten in Deutschland, die es unbedingt zu erhalten gilt.
In Zusammenarbeit mit dem ortsansässigen Verein „ Erforschung und Therapie der Elektrosensibilität e.V.“ setzt sich die Kommune für den Erhalt dieses elektrosmogarmen Status ein. Damit trifft sie Vorsoge für die Gesund- erhaltung der eigenen Bevölkerung und schafft die Basis für den Ausbau des Tourismus im Biosphärenreservat, sowie für eine Therapiemöglichkeit für elektrosensible Gäste.
Elektrosensibilität ist die Reaktion des menschlichen Organismus auf elektrische, magnetische und elektromag- netische Felder, technischen Ursprungs bei Dauerbelastung.
Realisierung des Modellprojekts
Kommunale Ebene
Der elektrosmogarme Status wird vorerst durch den Erlass einer Veränderungssperre gegenüber Mobilfunkausbau geschützt. Um eine dauerhafte Lösung zu erzielen erarbeitet die Gemeinde Wiesenthal in Kooperation mit dem Planungsbüro “Kehrer und Horn” / Zella-Mehlis und der “Umweltphysikalischen Messungen GbR” / Stockelsdorf ein Mobilfunkkonzept. Dies steht unter der Prämisse „Immissionsminimierung für den Ort, im Rahmen der technischen Möglichkeiten“.
D. h. durch die Ausweisung unbedenklicher Mobilfunkstandorte im Außenbereich der Gemarkung Wiesenthal wird erreicht, dass innerhalb der Bebauung keine zusätzliche Belastung entstehen darf.
Infrastrukturelle Maßnahmen
Im Jahr 2004 wurde der Verein „Erforschung und Therapie der Elektrosensibilität e.V., Wiesenthal“ gegründet. Er ist ein Zusammenschluss namhafter Ärzte und Wissenschaftler, welche sich seit Jahren mit dem Thema Elektro- sensibilität und seinem Krankheitsbild auseinandersetzen. Vereinsziel ist, die Erkrankung der Elektrosensibilität wissenschaftlich zu dokumentieren. Dieser Verein ist Plattform für Öffentlichkeitsarbeit, wissenschaftlichen Austausch und nicht zuletzt Anlaufpunkt für elektrosensible Gäste.
Auf Initiative des Vereis können in Wiesenthal mittlerweile fünf elektrosmogfreie und durch die „Umweltphysikalische Messungen GbR“ zertifizierte Ferienunterkünfte angeboten werden.
Um diesen Qualitätsstandard zu garantieren, erfolgen jährlich Kontrollmessungen in den Ferienunterkünften als auch im Außenbereich des Ortes.
Eine weitere infrastrukturelle Maßnahme war die Einrichtung eines medizinisch-physikalischen Forschungs- punktes. Hier besteht die Möglichkeit, sich auf Elektrosensibilität zu Beginn und Abschluss des Erholungsaufent- halts in Wiesenthal testen zu lassen. Getestet wird das vegetative Nervensystem, welches spezielle Reaktions- muster gegenüber technischen Feldern zeigt. Mit diesem Test kann die Stabilisierung des Organismus durch den Aufenthalt in elektrosmogarmer Umgebung nachgewiesen werden.
Vorläufiges Ergebnis
Obwohl das Projekt erst seit 2 Jahren läuft, konnte Wiesenthal im Jahr 2006 schon 250 Übernachtungen ausschließlich durch elektrosensible Gäste verbuchen. Fast alle Gäste verlassen den Ort mit sehr gutem Kurerfolg und suchen die Erholungsmöglichkeiten erneut auf.
Die bisherigen Erfahrungen mit diesem Projekt zeigen, dass es von elektrosensiblen Gästen sehr positiv bewertet und angenommen wird.
Besonders für das Biosphärenreservat Rhön, welches auf gesunde Erholung als eines seiner wirtschaftlichen Standbeine setzt, ist der Erhalt der relativ unbelasteten Region in Hinsicht auf Elektrosmog unabdingbar und bietet zugleich eine Entwicklungschance für die gesamte Rhön. In diesem Zusammenhang ist die Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat Rhön bereits angelaufen.
|